Schulprogramm - Methodische Arbeit

 

Um den individuellen, sehr unterschiedlichen Lernbedürfnissen der Schüler an der St. Nikolaus- Schule begegnen zu können, sind verschiedene methodische Unterrichtsansätze notwendig. Ziel ist es, den Unterricht immer mehr zu öffnen und in freieren Lernangeboten den Schülern die Chance zu bieten, einen für sie passenden Lernweg zu finden und diesen mitzugestalten. Hierbei wird Selbstbestimmung und Selbständigkeit mit zunehmendem Alter der Schüler, entsprechend ihrer Möglichkeiten,  immer wichtiger.

Dieses Ziel versuchen wir vor allem mit den im Folgenden dargestellten Unterrichtsmethoden zu verwirklichen: 

 

Die Freiarbeit

Freiarbeit ermöglicht Schülern ein individuelles Lernen entsprechend den eigenen Interessen und der individuellen Lernausgangslage. In der Freiarbeit soll der Schüler lernen, sich über einen bestimmten Zeitraum möglichst selbständig mit Materialien zu beschäftigen, sich selber zu organisieren und den Schwierigkeitsgrad selber  zu wählen (Selbsteinschätzung). Die Selbstverantwortung für das eigene Lernen und die hierdurch erreichten Ziele nehmen einen großen Stellenwert ein. Freiarbeit wird hierbei häufig im Rahmen von Wochenplanarbeit mit 2-3 Arbeitsphasen pro Woche angeboten.

Freiarbeit bietet die Chance Planungskompetenz aufzubauen, da Aufgaben erfasst, strukturiert, Arbeitsmaterialien organisiert und mit Hilfe von Selbstkontrollmechanismen (LÜK, Heinevetter, verschiedene Lernsoftware etc.) Ergebnisse selbst kontrolliert werden können.  Wichtig bei der Freiarbeit ist ein klar strukturierter, gleich bleibender Organisationsrahmen, der Schülern hilft sich zu orientieren, Regeln und Abläufe zu erfassen und umzusetzen und auf die jeweilige Situation zu übertragen. Diese Orientierung kann und muss vielsinnig, d.h. sowohl durch Bildsymbole oder Schrift als auch durch Routinen und Gegenstände (Organisationstafel oder Fächer) geschehen.

 

Vorhabenunterricht

An der St. Nikolaus- Schule wird in allen Stufen vorhabenorientiert gearbeitet. Dies bedeutet, dass ausgehend von den Interessen und Bedürfnissen der Schüler gemeinsam mit ihnen ein Unterrichtsthema gewählt wird. Die Schüler werden somit zu Mitgestaltern ihrer Lernwelt. Diese gewählten Unterrichtsvorhaben wie z.B. Weihnachten, Der Sommerwald, Indianer etc. werden ganzheitlich und fächerübergreifend unterrichtet. Im Idealfall kann sich der gesamte Unterricht unter ein Vorhabenthema fassen lassen (z.B. Indianergeschichten schreiben; kochen wie Indianer; Indianerkleidung herstellen; Indianermusik machen; Indianertänze etc.). Hierdurch erhalten die Schüler die Chance, Inhalte vielsinnig zu begreifen und zu erarbeiten und können sich mit dem Thema durch die ständige Präsenz viel besser identifizieren.

 

Stationsarbeit

Die Unterrichtsmethode Stationsarbeit (auch Stationslernen, Lernzirkel) beschreibt  das Angebot mehrerer Lernstationen, an denen Kinder an einer übergeordneten Thematik lernen können. Im Vordergrund steht ein ganzheitliches Auseinandersetzen mit Unterrichtsinhalten. Hierdurch kann den großen Unterschieden unserer Schüler bezüglich Konzentrationsfähigkeit, Bewegungsdrang, Arbeits- und Lerntempo, Wahrnehmung und der allgemeinen Entwicklung Rechnung getragen werden. Darüber hinaus spielen unterschiedliche Sozialformen eine große Rolle. So können Inhalte in Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit erworben und gefestigt werden. Besonders das soziale Lernen, das Miteinanderumgehen aber auch die selbständige Erarbeitung sind besondere Ziele dieser Arbeitsform.

Durch Stationspläne, auf denen mit Symbolen (z.B. Stift = schreiben; Buch = lesen; Schere = ausschneiden; Hand = Fühlen; Würfel = spielen etc.)  die Arbeitsaufgabe bzw. Arbeitsform dargestellt ist, ist ein Ablaufplan deutlich. Zur Verdeutlichung sollte jede Station zusätzlich mit dem entsprechenden Symbol gekennzeichnet sein. Die Stationen können entdeckendes und festigendes (üben) Lernen beinhalten.